Gedenkstätte "Alter Friedhof"

Die Gedenkstätte „Alter Friedhof“ geht auf die Anlage einer Begräbnisstätte der katholischen Pfarrgemeinde im Jahr 1815 zurück.

1932 wurde der Friedhof an der Bahnhofstraße aufgelassen, gleichwohl fanden noch zahlreiche Opfer, die während des 2. Weltkrieges in Ostbevern zu Tode kamen, dort in einem Gemeinschaftsgrab ihre letzte Ruhestätte.

Im Jahr 1976 plante die Gemeinde Ostbevern die Errichtung eines Mahnmals für alle Bürger der Gemeinde, die Opfer von Krieg oder Gewaltherrschaft wurden und ihre Gräber in der Fremde haben. Zugleich sollte das Mahnmal an die über dem Gemeindegebiet abgestürzten Flieger und die hier am Ort gestorbenen Kriegsgefangenen und zwangsverschleppten Menschen erinnern. Man wählte dafür den Platz am Gemeinschaftsgrab der Kriegstoten als besonders aussagekräftigen Standort.

Mit Beteiligung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband NRW, hat die Kriegsgräberstätte eine grundlegende Umgestaltung erfahren, die 2004 abgeschlossen wurde. Die Grabstätte wurde mit einer Tafel versehen, auf der die Namen der Toten, ihre Daten und der Heimatort aufgebracht sind. Unweit davon wurde als Ehrenmal die Plastik „Drei trauernde Frauen“ des Ostbeverner Künstlers Theo Schäfer aufgestellt.

Das Ehrenmal

Die Kriegsgräberstätte ist nun Teil eines Gedenkparks, in dem auch das Ehrenmal für die Gefallenden des Ersten Weltkrieges einen würdigen Platz bekommen hat. Das Ehrenmal, St. Georg als Drachentöter darstellend, stand seit 1923 an der Pfarrkirche St. Ambrosius. Auf dem künstlerisch gestalteten Sockel hatten die Angehörigen die Namen ihrer „tapferen Söhne“ einmeißeln lassen. Später wurde es aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen demontiert und geriet in Vergessenheit.

Lapidarium

Im Jahre 2003 hat die Messdienergruppe der katholischen Kirche St. Ambrosius mit Unterstützung von Firmen und Vereinen am Ort in einer so genannten „Big Bagger Aktion“ 27 historische Grabsteine von Bürgern des Ortes zusammengetragen und in einem Lapidarium (Sammlung von Steindenkmälern) im Gedenkpark wieder aufgestellt.

Glocke

Vor dem Gräberfeld ist eine ehem. Glocke aus der evangelischen Kirche aufgestellt. Es handelt sich dabei um die von ev. Gemeindemitgliedern im Jahre 1960 gestifteten Glocke für den Neubau der Kirche am Prozessionsweg. Im Zuge der Anschaffung eines neuen Geläuts verblieb die Glocke zunächst im ev. Gemeindehaus und fand 2023 einen neuen Platz auf der Gedenkstätte "Alter Friedhof".

Christus-Korpus

Die Sandsteinplatte am Ende des Hauptweges enthält seit 2013 einen bronzenen Christus-Korpus. Bei diesem Korpus handelt es sich um einen Abguss des ehem. Friedhofskreuzes, dass an dieser Stelle gestanden hat. Der Originalkorpus war von 1976 bis zur Neugestaltung der Gedenkstätte in das Ehrenmal einbezogen. Danach hat die originale Christusfigur zunächst auf der Sandsteinplatte gehangen, musste aber aufgrund von Witterungs- und Vandalismusschäden gegen den bronzenen Abguss ausgetauscht werden.

Gedenkstele

Jüngstes Mahnmal im Park ist eine Gedenkstele aus Cortenstahl, die mit dem Ausspruch „Pax optima rerum“ (Frieden ist das höchste Gut) versehen ist.

Sie enthält die Namen von 346 Ostbeveraner Bürgerinnen und Bürger, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie im Deutsch-Französischen Krieg, im amerikanischen Bürgerkrieg und im Befreiungskrieg 1815 zu Tode kamen.

Dank der Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, des Lions Club Ostbevern sowie verschiedener Firmen und Unternehmen des Ortes wurde die Stele am 26. April 2015 aufgestellt und in feierlichem Rahmen eingesegnet.

Reisetipp: 

Der Ostbevern Touristik e. V. bietet nach Voranmeldung interessante Führungen über das Gelände des Alten Friedhofs an.
 

Ostbevern Touristik
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